Bwwb

Bahnbetriebswerk

Lutherstadt Wittenberg

Im Zuge der Ausbaumaßnahmen bei der Deutschen Reichsbahn in den dreißiger Jahren sollte auch der Bahnhof Lu.- Wittenberg um- und ausgebaut werden. Dem stand das Bahnbetriebswerk (BW) im Wege, welches sich an der Nordseite des Bahnhofs befand und nicht weiter ausgebaut werden konnte. Daher sollte ein neues BW in Labetz errichtet werden.

Das neue BW wurde in de Jahren 1938-1942 gebaut. Kriegsbedingt wurde es allerdings den Planungen entsprechend nicht vollständig errichtet.

Das BW Lu.- Wittenberg ist der letzte Neubau der DR vor 1945. Auch die geplante Beheimatung von E- Lokomotiven erfolgte nicht, sodass die Dampftraktion vorherrschend war.

Eingesetzt waren die Lokomotiven auf allen von Wittenberg ausgehenden Strecken im Personen- und Güterzugdienst. Im Jahre 1966 gelangten die ersten Diesellokomotiven nach Wittenberg. Die ersten E- Lokomotiven kamen im Jahre 1980. Die Dampflokzeit wurde im Jahr 1985 beendet. Im Zuge der Bahnreform wurde aus dem BW nunmehr ein Betriebshof und Werkteil.

Die Diesel- und E- Lokomotiven verließen Wittenberg im Jahre 1998. Nachdem die Werkstatt im Jahre 2000 aufgelöst wurde, gibt es heute nur eine Einsatzstelle DB- Regio.

Mit seiner Arbeit und seinen Fahrzeugen möchte unser Verein die Tradition wach halten und daran erinnern, dass das BW Lu.- Wittenberg eine wichtige Funktion in der Zugförderung ausübte. Da die Anlagen und die Einrichtungen nahezu vollständig erhalten sind und die Bauart eine Seltenheit ist, wurde das BW unter Denkmalschutz gestellt.


Unsere Dächer sind wieder dicht - Arbeiten am Bw 2008

In den vergangenen Jahren stellten wir fest, dass sich der Zustand unserer Dachflächen zunehmend verschlechterte. Am Jahresanfang beschlossen wir deshalb, die denkmalgeschützte Bausubstanz zu erhalten und planten daher umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an den Dächern des Lokschuppens, des ehemaligen Werkstattgebäudes und deren Anbauten. Sind doch diese Räumlichkeiten die Grundvoraussetzung für unsere weitere Vereinsarbeit. Schließlich sichert die witterungsgeschützte und sichere Unterstellung unserer Fahrzeuge und Ausrüstungen deren langfristige Erhaltung.

Das Dach des ehemaligen Werkstattgebäudes befand sich in einem ziemlich schlechtem Zustand und eingedrungenes Wasser hatte bereits Teile des Unterbaus zerstört. Dachbalken mußten daher repariert, Schalbretter ausgetauscht und neue Schweißbahnen aufgezogen werden. Es galt auch, kleinere undichte Stellen zu reparieren und die Dachrinnen neu zu befestigen.

Weiterhin wurde das Dach des Lokschuppengebäudes überprüft und auch hier mehrere Undichtheiten beseitigt.

Wir sind sehr stolz darauf, diese Arbeiten, nach fast 500 freiwilligen Arbeitsstunden, noch vor Wintereinbruch bis auf einige wenige Kleinigkeiten abgeschlossen werden konnten.

Wir danken den insgesamt 13 mitwirkenden Vereinsmitgliedern für ihre tatkräftige und aufopferungsvolle Tätigkeit. Wir bedanken uns auch bei der Fa. Paul Bauder GmbH & Co KG Bedachungssysteme aus Stuttgart, bei der Fa. BiHoDa Dessau, der Spedition Fuchs aus Schleesen und bei Herrn Rainer Bormann für die großzügige Unterstützung. Durch die große Einsatzbereitschaft unserer Mitglieder und die Hilfe der vorgenannten Unternehmen war es möglich, wertvolle, denkmalgeschütze Bausubstanz vor weiterem Verfall zu bewahren.

M. Opitz